Lackenbach

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Lackenbach
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1939
17. Oktober 1939In Deutschland verbietet der „Festsetzungserlass“ allen Sinti:ze und Rom:nja unter Androhung einer Inhaftierung in einem Konzentrationslager den Wechsel ihres Wohn- oder Aufenthaltsortes. Die „Festsetzung“ soll der Vorbereitung von Deportationen dienen.
1940
31. Oktober 1940Ein Erlass des Reichskriminalpolizeiamtes ermöglicht den untergeordneten Stellen in Österreich eine Verschärfung ihrer Politik gegenüber Rom:nja und Sinti:ze, unter anderem durch deren Konzentration in bewachten Siedlungen und Zwangslagern.
23. November 1940In das Zwangslager Lackenbach im Burgenland, Österreich („Ostmark“), werden die ersten Rom:nja eingewiesen. Bis zum Kriegsende werden insgesamt 3200 bis 3300 Rom:nja und Sinti:ze dort gefangen gehalten. Die meisten von ihnen werden deportiert und überleben nicht.
1941
21. September 1941Aus Halbturn, Österreich, werden alle Rom:nja in das Zwangslager Lackenbach verschleppt. Unter ihnen befindet sich das Ehepaar Katharina und Stefan Ujvary mit seinen Kindern Adam, Eva, Gertrude und Walter. Niemand von ihnen überlebt.
4. – 8. November 1941Innerhalb von fünf Tagen werden 5 007 österreichische Rom:nja aus dem Burgenland und dem Gau Niederdonau in das Getto Litzmannstadt deportiert. Die Züge fahren mit Insass:innen aus dem Zwangslager Lackenbach (2 000 Rom:nja am 4. und 7. November), dem Sammellager Fürstenfeld (1 000 Rom:nja am 5. November) und dem Sammellager Alt-Pinkafeld (1 000 Rom:nja am 7., 1 007 Rom:nja am 8. November) ab. Während der Deportationen sterben zehn Kinder und eine Frau.
1943
26. Februar 1943Die ersten Sinti:ze und Rom:nja werden auf der Grundlage des „Auschwitz-Erlasses“ in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (deutsch annektiertes Polen) in den Lagerabschnitt BIIe deportiert. Ab dem 1. März 1943 treffen fast täglich weitere Deportationszüge mit Sinti:ze und Rom:nja ein. Bis zum Ende des Monats werden bereits 12 259 Männer, Frauen und Kinder im „Hauptbuch des Zigeunerlagers“ registriert.
1949
16. August 1949Das Volksgericht Wien, Österreich, stellt die Ermittlungen gegen Bernhard Wilhelm Neureiter, einen der maßgeblich an der Verfolgung der österreichischen Rom:nja und Sinti:ze beteiligten nationalsozialistischen Politiker, ein.
1984
10. Oktober 1984Auf Initiative von Überlebenden wird auf dem ehemaligen Gelände des Zwangslagers in Lackenbach, Österreich, ein Mahnmal enthüllt.
1990
November 1990Anlässlich des 50. Jahrestages der Errichtung des Zwangslagers wird in Lackenbach, Österreich, eine Gedenkveranstaltung organisiert. Seitdem wird dort jedes Jahr Mitte November der Opfer gedacht.