Kinder der St Josefspflege Mulfingen 1940

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Kinder der St Josefspflege Mulfingen in Künzelsau, Deutschland, begleitet von einer Schwester des Klosters Untermarchtal, Sommer 1940. Das katholische Kinderheim in Mulfingen diente seit Ende 1938 in Württemberg als Sammelstelle für Kinder und Jugendliche der Sinti:ze und Jenischen, die aus rassistischen Gründen zwangsweise aus ihren Familien herausgeholt wurden.

Die Fotografie stammt vermutlich aus dem Besitz der Lehrerin Johanna Nägele (1915–2011). Bislang identifiziert werden konnten Angela Reinhardt (geb. 1934, vorne links) sowie die Geschwister Amanda (geb. 1930, 3. Reihe, 2. von links), Scholastika (geb. 1929, rechts daneben) und Rosa Roder (geb. 1937, 1. Reihe, 2. von rechts).

Die Heimkinder wurden von Eva Justin (1909–1966) im Frühherbst 1942 für Feldforschungen missbraucht. Alle Kinder und Jugendlichen, die die Rassenhygienische Forschungsstelle als Zigeuner kategorisierte, sollten in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert werden. Im März 1943 war eine Jugendliche betroffen, die zu einer Bauernfamilie entlassen worden war. Im Januar folgten vier Kinder, im Mai 1944 weitere 33 Kinder und Jugendliche. Nur drei von ihnen überlebten.

Angela Reinhardt blieb, weil sie unter einem abweichenden Nachnamen geführt wurde, ebenso wie die Geschwister Roder, die nicht in den zu deportierenden Personenkreis einbezogen waren, von der Deportation verschont.

Fotograf:in: unbekannt

Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg