Muharem Asović

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Muharem Asović
  • Version 1.0
  • Publikationsdatum 22. Mai 2025

Muharem Asović wurde am 25. März 1912 in Nikšić, Montenegro, in eine arme Familie der Rom:nja hineingeboren, die als Schmiede tätig waren. Asović erlernte das Schmiedehandwerk. In seiner Jugend zeichnete er sich als einer der Organisatoren des Fußballvereins „Hercegovac“ in Nikšić aus. Er engagierte sich schon früh politisch und unterstützte die Arbeit der Kommunistischen Partei, der er 1934 beitrat.

Wegen seiner politischen Aktivitäten wurde er 1936 in Dubrovnik verhaftet, wo er sieben Monate im Gefängnis verbrachte. Nach seiner Entlassung kehrte er nach Nikšić zurück. Dort wurde er im Laufe der Jahre mehrmals im Rahmen der politischen Verfolgung von Mitgliedern der Kommunistischen Partei verhaftet.

Kampf als Partisan

Kurz bevor der Zweite Weltkrieg im April 1941 Jugoslawien erreichte, wurde er in der Stadt Smederevska Palanka in Serbien inhaftiert. Nach der jugoslawischen Kapitulation gelang ihm die Rückkehr nach Montenegro, wo er sich vor den italienischen Besatzungsbehörden verstecken musste. Asović nahm am antifaschistischen Aufstand vom 13. Juli 1941 in der weiteren Umgebung von Nikšić und Šavnik teil. Er kämpfte als Politkommissar der Nikšić-Partisanenkompanie „Đuro Đaković“ in Montenegro und der östlichen Herzegowina.

Nach dem Rückzug seiner militärischen Einheit nach Bosnien blieb er im Bezirk Nikšić und organisierte kommunistische Untergrundaktivitäten. Die italienischen Besatzungsbehörden versuchten, ihn zu verhaften, und setzten eine Belohnung auf seine Ergreifung aus. Militäreinheiten der Četniks umzingelten ihn im Januar 1943 zusammen mit drei anderen Kommunisten in Dragovoljići bei Nikšić. Während der Kämpfe wurde er schwer verwundet und beging Selbstmord, um nicht lebend in die Hände des Feindes zu fallen.

Im Juli 1943 erschossen die italienischen Besatzungsbehörden seinen Vater Mujo (1888–1943) und seinen Bruder Alit (1926–1943) in Berane, weil sie Partisanen waren.

Verehrt als „Volksheld“

1953 wurde Muharem Asović zum „Volkshelden“ [narodni heroj] ernannt, der höchstmöglichen militärischen Auszeichnung in Jugoslawien. In Podgorica wurde ihm zu Ehren eine Gedenkbüste errichtet, außerdem wurden eine Straße und eine städtische Getreidemühle nach ihm benannt.

Sein Name steht auch auf einem Denkmal auf dem Gorica-Hügel in Podgorica, das den montenegrinischen Partisan:innen und Volksheld:innen gewidmet ist, die während des Zweiten Weltkrieges gefallen sind. Das Denkmal wurde 1957 eingeweiht und ist der offizielle Ort für die jährlichen nationalen Feierlichkeiten in Montenegro.

Heute betrachten einige Vertreter:innen der bosnisch-muslimischen Minderheit in Montenegro Asović als prominentes antifaschistisches Mitglied ihrer eigenen Gemeinschaft und verschweigen seine romani Identität. Anlässlich des 80. Todestages von Muharem Asović im Jahr 2023 errichtete der Verband der Veteranen des Nationalen Befreiungskrieges und der Antifaschisten von Nikšić [Udruženja Boraca Narodnooslobodilačkog Rata i Antifašista Nikšić, UBNOR] ein Denkmal am Ort seines Todes im Dorf Dragovoljići.

Citation

Danijel Vojak: Muharem Asović, in: Encyclopaedia of the Nazi Genocide of the Sinti and Roma in Europe. Ed. by Karola Fings, Research Centre on Antigypsyism at Heidelberg University, Heidelberg 22 May 2025.-

1941
13 July 1941Roma partisan Muharem Asović participates in the anti-fascist uprising against Italian occupation forces in the wider area of Nikšić and Šavnik in Montenegro.
2023
January 2023On the occasion of the 80th anniversary of Muharem Asović’s death, the Association of Veterans of the National Liberation War and Antifascists of Nikšić sets up a monument at the site of his death in the village of Dragovoljići, Montenegro.