Jastrebarsko

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Jastrebarsko
  • Version 1.0
  • Publikationsdatum 2. März 2026

Das Lager in Jastrebarsko, einer an der Eisenbahnstrecke zwischen Zagreb und Karlovac in Zentralkroatien gelegenen Stadt, wurde im Juli 1941 vom Überwachungsdienst der Ustaša [Ustaška nadzorna služba] des Unabhängigen Staates Kroatien [Nezavisna Država Hrvatska] eingerichtet. Es befand sich in den Nebengebäuden und Kellern des ehemaligen Schlosses Erdődy.

Als Sammel- und Durchgangslager eingerichtet, beherbergte es etwa 3 000 Häftlinge, die aus den Lagern in Gospić und Jadovno sowie auf der Insel Pag (Slana und Metajna) überstellt worden waren. Im Vergleich zu diesen Lagern waren die Bedingungen in Jastrebarsko weniger restriktiv. Die Häftlinge durften ihren Familien schreiben und Pakete empfangen. Es gab keine Zwangsarbeit oder systematische Folter, was jedoch einzelne Fälle willkürlicher Gewalt durch die Lagerwachen nicht ausschloss. Die meisten Häftlinge waren Serb:innen und Juden:Jüdinnen, aber auch kroatische Kommunist:innen waren unter ihnen. Ab Mitte September 1941 wurden die meisten Häftlinge aus diesem Lager in andere Lager überstellt: Danica, Kruščica [bosnisch: Krušćica], Jasenovac und Lobor (auch Loborgrad genannt), wobei letzteres ein Lager für Frauen und Kinder war.

Laut Überlebenden des Lagers Jastrebarsko, wie etwa Helena „Jelka“ Pachl-Mandić (1917–2000), befanden sich auch Rom:nja unter den Insassen. Antea Korčulanin (1923–2003) berichtete von „einer romani Familie, Vater und Sohn”.1Pachl-Mandić, „Jedna logoraška odiseja”, 359; Peršen, Ustaški logori, 105. Die Identität und weitere Geschichte dieser Häftlinge sind bislang nicht geklärt.

Im Juli 1942 wurde ein Franziskanerkloster in Jastrebarsko zu einer Ustaša-Haftstätte für Kinder umfunktioniert, die bis November 1942 betrieben wurde.

Einzelnachweise

  • 1
    Pachl-Mandić, „Jedna logoraška odiseja”, 359; Peršen, Ustaški logori, 105.

Zitierweise

Danijel Vojak: Jastrebarsko, in: Enzyklopädie des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma in Europa. Hg. von Karola Fings, Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg, Heidelberg 2. März 2026.-