August Lyss

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August Lyss
  • Version 1.0
  • Publication date 25 June 2026

August Lyss was born on 14 January 1888, in Jurken (East Prussia). In 1919, he joined the police force in Wiesbaden, Germany. As his career proceeded, he held various positions in Hanover and Wuppertal until he was given charge of the identification service in the Hamburg police in 1938. This position included responsibility for the Office for Gypsy Affairs [Dienststelle für Zigeunerfragen] of the Criminal Police, and soon after he also took over the Inspectorate of Preventive Fight Against Crime. In 1939 and 1940 Lyss participated in the planning and execution of the registration, imprisonment and deportation of the Roma and Sinti of Hamburg and its region.

In the Protectorate

In May 1941 he was transferred to the German Criminal Police in Prague, Protectorate of Bohemia and Moravia. Apparently building on his previous experience, he was appointed head of the identification service and immediately started preparations also for the registration, detention and deportation of the Roma and Sinti in the Protectorate, probably on behalf of his superior Friedrich Sowa (1896–unknown). In summer 1942, Lyss gave orders to the commandants of the Zigeunerlager Lety near Pisek and Hodonin near Kunstadt, Josef Janovský (1888–1956) and Štěpan Blahynka (1894–1956), on the management and treatment of detainees. During a visit to the camp in Lety on 12 September 1942, he ordered the camp commandant to prepare a list of inmates proposed for deportation to Auschwitz concentration camp.

He was also substantially involved in organising the registration of Gypsies in the Protectorate on 2 and 3 August 1942 as well as in the preparation and organisation of the deportations of Roma and Sinti from the Protectorate to Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp in 1943.

After the War

In his trial after the war, Janovský declared that Lyss had been his immediate superior in the police forces and reported that Lyss supported his brutal treatment of the camp inmates at Lety. The diary of Jiří Letov (1897–1963), who worked together with Lyss on a regular basis, confirms this.

Lyss left Prague at the end of the war and returned to Hamburg. He retired in January 1946. He was categorised as ‘exonerated’ by the Denazification Committee of the State of Schleswig-Holstein in February 1947 and died on 12 May 1975 in Hamburg.

Zitierweise

Aletta Beck: August Lyss, in: Enzyklopädie des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma in Europa. Hg. von Karola Fings, Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg, Heidelberg 25. Juni 2026.-

1940
16. – 22. Mai 1940Sinti:ze und Rom:nja aus dem Westen und Nordwesten Deutschlands werden in Sammellager in Hamburg, Hohenasperg bei Stuttgart und Köln eingewiesen und von dort in das Generalgouvernement, deutsch besetztes Polen, deportiert. Die „Mai-Deportation“ ist die erste familienweise durchgeführte Verschleppung.
1942
15. Juli 1942In der Kriminalzentrale in Prag (Protektorat Böhmen und Mähren, deutsch besetzte tschechische Länder) gibt August Lyss Anweisungen zur Organisation der „Zigeunerlager“ und zur Behandlung ihrer Insass:innen heraus.
1. – 3. August 1942Im Protektorat Böhmen und Mähren (deutsch besetzte böhmische Länder) werden als „Zigeuner“ definierte Personen registriert.
2. August 1942Im Protektorat Böhmen und Mähren (deutsch besetzte tschechische Länder) werden die „Zigeunerlager“ Lety bei Pisek und Hodonin bei Kunstadt in Betrieb genommen. In den ersten Tagen werden mehr als tausend Menschen in jedes Lager verschleppt.
18. September 1942Der Kriminalpolizist August Lyss, Kriminalzentrale Prag, besucht das „Zigeunerlager“ Lety bei Pisek im Protektorat Böhmen und Mähren (deutsch besetzte tschechische Länder) und beauftragt den Kommandanten, eine Liste der für eine Deportation vorgeschlagenen Häftlinge zu erstellen.
30. September 1942Die Besatzungsbehörden erlassen für die Zigeunerlager“ Lety und Hodonin (Protektorat Böhmen und Mähren, deutsch besetzte tschechische Länder) eine offizielle Lagerordnung.
2. – 7. Dezember 1942Der erste Transport von Sinti und Roma aus dem „Zigeunerlager” in Hodonin bei Kunstadt, Protektorat Böhmen und Mähren (deutsch besetzte tschechische Länder), zum Konzentrationslager Auschwitz I (deutsch annektiertes Polen) erfolgt auf Grundlage des Befehls zur „vorbeugenden Verbrechensbekämpfung”. Der Transport umfasst 78 überwiegend alte männliche und weibliche Häftlinge.
2. Dezember 1942Der erste Transport von Sinti:ze und Rom:nja aus dem „Zigeunerlager” in Lety bei Pisek, Protektorat Böhmen und Mähren (deutsch besetzte tschechische Länder), zum Konzentrationslager Auschwitz I (deutsch annektiertes Polen) erfolgt auf Grundlage des Befehls zur „vorbeugenden Verbrechensbekämpfung”. Der Transport umfasst überwiegend ältere Frauen (78 Personen) und Männer (16 Personen).
16. Dezember 1942„Auschwitz-Erlass“: Heinrich Himmler, Chef der Schutzstaffel („Reichsführer-SS“), des Reichssicherheitshauptamtes und des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes, ordnet die Deportation von Sinti:ze und Rom:nja aus dem Deutschen Reich in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau an.
1943
6. März 1943Der erste Deportationszug aus dem Protektorat Böhmen und Mähren (deutsch besetzte tschechische Länder) in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (deutsch annektiertes Polen) auf der Grundlage des „Auschwitz-Erlasses“, in dem sich ca. 1 040 romani Männer, Frauen und Kinder befinden, verlässt die Stadt Brünn. Sie werden am 7. und 8. März im Lager registriert.
10. März 1943 Der zweite Deportationszug aus dem Protektorat Böhmen und Mähren (deutsch besetzte tschechische Länder) auf der Grundlage des „Auschwitz-Erlasses“, in dem sich ca. 650 romani Männer, Frauen und Kindern befinden, kommt von der Stadt Prag aus im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (deutsch annektiertes Polen) an. Sie werden am 11. März registriert.
19. März 1943Etwa 1 050 Männer, Frauen und Kinder, die auf der Grundlage des „Auschwitz-Erlasses“ aus dem Protektorat Böhmen und Mähren (deutsch besetzte tschechische Länder) deportiert wurden, werden bei ihrer Ankunft im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (deutsch annektiertes Polen) registriert. Sie kommen mit dem dritten Deportationszug aus dem Protektorat an, der in der Stadt Olmütz abfährt.
7. Mai 1943Etwa 860 Männer, Frauen und Kinder, hauptsächlich Gefangene des Zwangslagers Lety bei Pisek, werden im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (deutsch annektiertes Polen) registriert. Sie wurden mit dem vierten Deportationszug aus dem Protektorat Böhmen und Mähren (deutsch besetzte tschechische Länder) auf der Grundlage des „Auschwitz-Erlasses“ deportiert.
22. August 1943Etwa 770 Männer, Frauen und Kinder, hauptsächlich Häftlinge des „Zigeunerlagers“ Hodonin bei Kunstadt, werden im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (deutsch annektiertes Polen) registriert. Sie wurden mit dem fünften Deportationszug aus dem Protektorat Böhmen und Mähren (deutsch besetzte tschechische Länder) auf der Grundlage des „Auschwitz-Erlasses“ deportiert.
19. Oktober 1943Auf der Grundlage des „Auschwitz-Erlasses“ kommt der sechste Deportationszug aus dem Protektorat Böhmen und Mähren (deutsch besetzte böhmische Länder) mit ca. 90 Personen aus den Städten Prag und Brünn im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (deutsch annektiertes Polen) an.
1944
28. Januar 1944Auf der Grundlage des „Auschwitz-Erlasses“ trifft der siebte Deportationszug aus dem Protektorat Böhmen und Mähren (deutsch besetzte tschechische Länder) mit ca. 60 Personen im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (deutsch annektiertes Polen) ein.