Datenbank der romani Opfer (Tschechien)

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Datenbank der romani Opfer (Tschechien)
  • Version 1.0
  • Publikationsdatum 27. April 2026

Inhaltsverzeichnis

Die Datenbank der romani Opfer des Holocaust (DROH) [Databáze romských obětí holocaustu,] war ein Projekt des Instituts Theresienstädter Initiative (ITI) in Prag. Die Datenbank entstand in den Jahren 2016–2020 in Zusammenarbeit mit dem Museum der Roma-Kultur in Brno und dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) in Wien. Sie wurde unter dem Titel „Database of victims of the National Socialist persecution of Gypsies“ im Mai 2020 auf holocaust.cz veröffentlicht. Seit 2008 ist sie in die vom ITI betriebene „Datenbank der Opfer der Shoah“ integriert.

Die Datenbank der romani Opfer des Holocausts enthält biografische Informationen zu etwa 1 300 Personen, die im ZigeunerlagerLety bei Pisek inhaftiert waren. Die Angaben zu 329 Personen, die die Haft in Lety nicht überlebt haben, sind online öffentlich zugänglich. Alle anderen Daten können beim ITI für legitime Forschungszwecke angefordert werden.

Die Angaben in der Datenbank beruhen auf den Veröffentlichungen des Historikers Ctibor Nečas (1933–2017), die überprüft, korrigiert und mit Daten aus den wichtigsten Archivquellen für das Lager, die im Staatlichen Regionalarchiv in Třeboň aufbewahrt werden, sowie mit zusätzlichen Materialien aus dem Staatlichen Regionalarchiv in Prag ergänzt wurden.

Die Idee zur Erstellung dieser Datenbank geht mindestens auf das Jahr 1999 zurück, als Miroslav Kárný (1919–2001), Gründer des ITI, vorschlug, das Wissen und die Methoden zur Etablierung solcher Datenbanken sowie die Infrastruktur der damals neu geschaffenen elektronischen Datenbank der Opfer der Shoah aus der Tschechischen Republik zu nutzen, um ein würdigeres Gedenken an die Opfer des Genozids an den Rom:nja und Sinti:ze zu ermöglichen und weitere Forschungen zu diesem Thema anzuregen.

Neben dem Wissen und den Erfahrungen, die das ITI bereits selbst mit Blick auf Datenbanken aufgebaut hatte, trugen auch weitere Kooperationen mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg, dem Fritz-Bauer-Institut in Frankfurt am Main, den Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg sowie dem Institut für Philosophie und Soziologie der Pädagogischen Universität Krakau zur erfolgreichen Umsetzung und Veröffentlichung der Datenbank bei, die 2024 immer noch die einzige ihrer Art in Europa war.

Zitierweise

Aletta Beck / Michal Schuster: Datenbank der romani Opfer (Tschechien), in: Enzyklopädie des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma in Europa. Hg. von Karola Fings, Forschungsstelle Antiziganismus an der Universität Heidelberg, Heidelberg 27. April 2026.-