Auschwitz (Allgemeiner Überblick)

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Auschwitz (Allgemeiner Überblick)
  • Version 1.0
  • Publikationsdatum 26. Januar 2026

„Auschwitz“ gilt oft als Symbol für die Massenverbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands. In den Jahren 1940 bis 1945 wurden mindestens 1,3 Millionen Menschen in das Konzentrations– und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert, 1,1 Millionen von ihnen wurden dort um ihr Leben gebracht. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Geschichte des Lagers, die Gruppen der inhaftierten und ermordeten Opfer sowie die verschiedenen Funktionen, die das Lager hatte. Nach den jüdischen und den nichtjüdischen polnischen Häftlingen stellten Sinti:ze und Rom:nja die drittgrößte Häftlingsgruppe dar. Nach heutigem Kenntnisstand gibt es keinen anderen Ort im deutsch besetzten Europa, an dem so viele Sinti:ze und Rom:nja ermordet wurden wie im Lagerkomplex Auschwitz.

Errichtung des Lagers

Das Konzentrationslager Auschwitz wurde nach dem Überfall Deutschlands auf Polen in verlassenen Kasernen der polnischen Armee am Rande der Stadt Oświęcim errichtet. Der Name der Stadt änderten die Besatzer nach der Eingliederung westlicher Landesteile Polens in das Deutsche Reich im Oktober 1939 in Auschwitz um. Ursprünglich sollte das Areal als Durchgangslager dienen, doch dieser Plan wurde bald aufgegeben. Von Anfang an diente Auschwitz als Konzentrationslager, in das die deutschen Besatzungsbehörden vor allem polnische Staatsbürger:innen schickten – Angehörige der Intelligenz, Untergrundaktivist:innen sowie Männer, die sich der in Frankreich aufgestellten polnischen Armee anschließen wollten.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Lager zu einem großen Komplex, der aus drei Hauptlagern bestand: Auschwitz I, dem sogenannten Stammlager, Auschwitz II (Birkenau) und Auschwitz III (Monowitz). Hinzu kam ein Netzwerk von fast 50 Außenlagern, die auf nahe gelegenen Bauernhöfen und vor allem in Industrieanlagen und Bergwerken in Oberschlesien, dem westlichen Kleinpolen und dem Protektorat Böhmen und Mähren eingerichtet wurden. Auschwitz I diente als dasjenige Hauptlager, dem alle anderen Lager unterstanden, Auschwitz II war ein Konzentrations- und Vernichtungslager, und die Häftlinge von Auschwitz III1Es wurden ausschließlich männliche Häftlinge eingesetzt. Allerdings wurden weibliche Häftlinge in Monowitz in einem Lagerbordell zu Sexarbeit missbraucht. wurden als Zwangsarbeiter für die IG Farbenindustrie AG eingesetzt.

Als Beginn der Existenz des Lagers gilt der 14. Juni 1940, als die ersten polnischen politischen Gefangenen, 728 Männer, aus dem Gefängnis in Tarnów eingeliefert wurden. Die ersten im KL Auschwitz registrierten Häftlinge waren 30 deutsche Männer, die am 20. Mai 1940 aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt wurden, um Positionen als Funktionshäftlinge einzunehmen, um andere Häftlinge zu beaufsichtigen.

Winkel und Nummern

Im KL Auschwitz wurden die Häftlinge nach dem System gekennzeichnet, das auch in anderen der SS (Schutzstaffel) unterstehenden Konzentrationslagern verwendet wurde. Der Grund für ihre Inhaftierung wurde durch ein Dreieck auf der Kleidung der Häftlinge angezeigt – rot für politische Gefangene, grün für „Kriminelle” (sogenannte Berufsverbrecher), schwarz für asoziale Häftlinge, rosa für Homosexuelle, lila für Zeugen Jehovas, rot und gelb in Form eines Davidsterns für jüdische Häftlinge. Neben dem Winkel erhielten die Häftlinge Lagernummern, die auf ihre blau-weiß gestreifte Häftlingskleidung aufgenäht wurden.

Im Frühjahr 1942 begann man, männlichen jüdischen Häftlingen die Lagernummern auf den linken Unterarm zu tätowieren, und ab dem Sommer desselben Jahres wurde diese Praxis auch auf jüdische Frauen ausgedehnt. Ab Anfang 1943 wurden auch nichtjüdischen Häftlingen Nummern auf den Unterarm tätowiert, und ab dem Frühjahr allen anderen Häftlingen – sowohl denjenigen, die schon lange im Lager waren, als auch den Neuankömmlingen. KL Auschwitz war das einzige Lager im deutschen Konzentrationslagersystem, in dem Häftlinge ihre Häftlingsnummern tätowiert wurden.

Jüdische Häftlinge und Opfer

Die größte Gruppe der Deportierten, 1,1 Millionen Menschen, waren Juden:Jüdinnen. Ab dem Frühjahr 1942 begannen die Transporte aus ganz Europa im Rahmen der Endlösung der Judenfrage, dem größten Massenmord in der Geschichte der Menschheit. Nach ihrer Ankunft im Lager wurde die überwiegende Mehrheit von deutschen Ärzten auf der Bahnrampe in Birkenau einer Selektion unterzogen. Anhand des Aussehens wählten die Ärzte junge und gesunde Menschen für die Arbeit im Lager aus.

Die anderen, hauptsächlich Mütter mit Kindern, ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen, wurden in die Gaskammern geschickt. Dort ermordete die SS sie mit Zyklon B – Cyanwasserstoffoxid –, ohne sie zuvor im Lager registriert zu haben. Über 850 000 Juden:Jüdinnen wurden in den Gaskammern ermordet, etwa 205 000 im Lager registriert. Aufgrund der entsetzlichen Bedingungen, der brutalen Behandlung durch die SS, Hunger und Krankheiten starben etwa 95 000 von ihnen im Lager.

Die im Lager registrierten Juden:Jüdinnen standen am unteren Ende der Häftlingsgemeinschaft, wurden von der SS und Funktionshäftlingen gedemütigt und misshandelt. Sie wurden in der Regel zu den schwersten Arbeiten eingeteilt und litten auch am meisten unter Hunger, da sie im Gegensatz zu vielen anderen Häftlingen des Lagers keine Lebensmittelpakete erhalten durften. Darüber hinaus waren sie bis zum Herbst 1944 regelmäßig Opfer von Selektionen, die ihrer Ermordung in den Gaskammern dienten.

Jüdische Häftlinge wurden unter der Kategorie „Jude” geführt und mit den oben genannten roten und gelben Dreiecken gekennzeichnet. Bis 1944 erhielten sie Lagernummern aus der allgemeinen Nummernreihe. Als im Mai 1944 die Deportation der Juden:Jüdinnen aus dem damaligen Ungarn begann, wurden zusätzliche Nummernserien eingeführt, beginnend mit dem Buchstaben „A” für Frauen und „B” für Männer.

Nichtjüdische polnische Häftlinge

Zwischen 140 000 und 150 000 nichtjüdische polnische Männer, Frauen und Kinder wurden aus dem gesamten von Deutschland besetzten Polen in das Lager Auschwitz deportiert. Bis Mitte 1942 bildeten sie die größte Gruppe von Häftlingen. Ein Großteil von ihnen gehörte zur intellektuellen Elite, die von den Deutschen als besonders gefährlich angesehen wurde, da sie Widerstandsbewegungen organisieren und anführen konnte. Auch Personen, die an geheimen Aktivitäten beteiligt oder bei Straßenrazzien festgenommen worden waren, wurden im Lager inhaftiert. Im Dezember 1942 und Januar 1943 verschleppte man außerdem polnische Familien, die aus der Region Zamość vertrieben worden waren, in das KL Auschwitz, im August und September 1944 während des Warschauer Aufstands auch aus Warschau. Polnische Häftlinge erhielten hauptsächlich die Kategorie eines politischen Häftlings und wurden mit einem roten Winkel gekennzeichnet.

Sinti und Roma

Fast seit Beginn der Existenz des Lagers Auschwitz war eine kleine Anzahl von Rom:nja dort inhaftiert – Männer im Männerlager, Frauen im Frauenlager. Soweit derzeit bekannt, wurden die ersten Roma am 9. Juli 1941 in das KL Auschwitz deportiert. Es handelte sich um die Polen Franciszek Buriański (1898–1942) und Ryszard Buriański (1882–unbekannt) sowie den Tschechen Rudolf Richter (1915–unbekannt), die von der deutschen Kriminalpolizei in Kattowitz [Katowice] verhaftet und eingewiesen worden waren. Von Juli 1941 bis Februar 1943 – also vor der systematischen Deportation von Sinti:ze und Rom:nja aus dem deutschen Machtbereich nach Auschwitz-Birkenau – wurden schätzungsweise mindestens 370 Rom:nja, überwiegend polnischer oder tschechischer Staatsangehörigkeit, in das KL Auschwitz deportiert. Diese Häftlinge wurden verschiedenen Kategorien zugeordnet und erhielten Nummern aus der allgemeinen Serie.

Am 16. Dezember 1942 erließ Heinrich Himmler (1900–1945) den Befehl zur Deportation von Sinti:ze und Rom:nja in ein Konzentrationslager (Auschwitz-Erlass). In einem Schnellbrief vom 29. Januar 1943 erfuhren die verantwortlichen Dienststellen, dass es sich dabei um das KL Auschwitz handeln sollte. Am 26. Februar 1943 begann die Deportation von Familien der Sinti:ze und Rom:nja aus Deutschland, dem angeschlossenen Österreich, dem Protektorat Böhmen und Mähren und dem besetzten Polen in das KL Auschwitz II. Im Jahr 1944 folgten zwei Transporte aus den besetzten Niederlanden sowie aus Belgien und Nordfrankreich. Zusätzlich zu diesen großen Deportationszügen trafen häufig auch kleinere Gruppen von Sinti:ze und Rom:nja aus diesen und anderen Ländern im Lager ein.

Die ankommenden Sinti:ze und Rom:nja wurden in dem als „Zigeunerlager bezeichneten Teil des Lagers Birkenau untergebracht, der mit BIIe gekennzeichnet war. Dort erhielten sie während der Registrierung im Hauptbuch des Lagerabschnitts BIIe den schwarzen Winkel mit dem zusätzlichen Buchstaben „Z” (Zigeuner) und einer Nummer aus einer speziell ausgegebenen Nummernserie. 

Die hygienischen Bedingungen im Lager waren katastrophal, was zu Epidemien führte. Darüber hinaus litten die Häftlinge aufgrund der begrenzten Lebensmittelrationen an Hunger. All dies führte zu einer sehr hohen Sterblichkeitsrate. Häftlinge aus dem Lagerabschnitt BIIe wurden Opfer von Experimenten des SS-Arztes Josef Mengele (1911–1978). Für viele endeten diese mit dem Tod. Trotz der repressiven Bedingungen wagten einige Sinti:ze und Rom:nja eine Flucht. Viele wurden wieder gefasst, in die Strafkompanie geschickt oder im Block 11 von Auschwitz I inhaftiert und an der „Todeswand“ erschossen.

Der Lagerabschnitt für Sinti:ze und Rom:nja bestand bis zum 2. August 1944, als seine „Liquidierung” angeordnet wurde – was die Ermordung aller Insass:innen dieses Abschnitts bedeutete. Insgesamt waren 20 982 Sinti:ze und Rom:nja im Rahmen des „Auschwitz-Erlasses” nach Auschwitz-Birkenau deportiert worden und im „Hauptbuch” registriert. Als im Mai 1943 Typhusfälle festgestellt worden waren, wurden 1 035 Menschen in den Gaskammern ermordet. Die meisten der registrierten Personen, etwa 12 500, starben an Hunger und vor Erschöpfung, an Krankheiten und aufgrund medizinischer Experimente oder Misshandlungen durch die SS. Etwa 3 700 Häftlinge wurden für medizinische Experimente oder Zwangsarbeit in andere Konzentrationslager überstellt. Am 2. August 1944 wurden die 4 200 bis 4 300 im Lager verbliebenen Menschen in den Gaskammern ermordet.

Auch nach der „Liquidierung” des Lagerabschnitts BIIe wurden weiterhin Sinti:ze und Rom:nja in das KL Auschwitz deportiert. Unter ihnen befanden sich Kinder und Jugendliche, die zuvor von Birkenau nach Buchenwald verlegt worden waren, aber im September 1944 wieder zurückgeschickt wurden. Nur zwei von ihnen überlebten. Einige Frauen, die zuvor in das Konzentrationslager Ravensbrück verlegt worden waren, kehrten im Oktober 1944 über Außenlager nach Birkenau zurück. Darüber hinaus gab es immer wieder Einzelpersonen oder kleine Gruppen, die nach KL Auschwitz deportiert wurden, darunter italienische und ungarische Rom:nja.

Es ist nicht bekannt, wie viele Sinti und Roma im KL Auschwitz III Monowitz inhaftiert waren und zur Arbeit im IG-Farben-Werk gezwungen wurden. Überliefert ist die Geschichte des deutschen Sinto Reinhard Florian (1923–2014), der im Juni 1943 aus dem Konzentrationslager Mauthausen-Gusen in das KL Auschwitz I deportiert wurde. Nach einer vierwöchigen Quarantäne wurde er nach Monowitz geschickt. Er überlebte den Todesmarsch nach Loslau im Januar 1945, wurde mit dem Zug in das Konzentrationslager Mauthausen überführt und am 6. Mai 1945 im Außenlager Ebensee befreit.2Vgl. http://www.wollheim-memorial.de/en/reinhard_florian [Zugriff: 10.07.2025].

Am 17. Januar 1945 waren laut einer nach dem letzten Appell erstellten Statistik über männliche Häftlinge vier der Häftlinge des KL Auschwitz Sinti oder Roma.3Vgl. Czech, Kalendarium, 966. Die Namen dieser vier Männer sind nicht bekannt. Es gibt keine Informationen über die Anzahl der romani Frauen, die sich zu dieser Zeit im KL Auschwitz befanden.

Andere Gruppen von Häftlingen

Ab Sommer 1941 schickten die SS-Behörden sowjetische Kriegsgefangene (POW) in das KL Auschwitz. Sie wurden dort ohne Registrierung getötet, hauptsächlich durch Erschießungen. Anfang September wurden etwa 600 Kriegsgefangene zusammen mit 250 kranken polnischen Häftlingen im Keller von Block 11 mit Zyklon B ermordet. Im Oktober waren etwa 10 000 Kriegsgefangene im KL Auschwitz in neun vom Rest des Lagers getrennten Blocks inhaftiert (später wurden weitere 2 000 Kriegsgefangene in das KL Auschwitz deportiert). Bei der Registrierung erhielten sie Nummern aus einer ausschließlich für sie eingeführten Serie, die ihnen über der linken Brust tätowiert wurden.

Die Kriegsgefangenen wurden zur Arbeit am Bau des zweiten Teils des Lagers im nahe gelegenen Dorf Brzezinka [deutsch: Birkenau] geschickt. Während dieser Zeit starb die überwiegende Mehrheit von ihnen an Erschöpfung, Hunger und Krankheiten. Schätzungen zufolge wurden mindestens 15 000 Kriegsgefangene nach KL Auschwitz gebracht, von denen etwa 12 000 registriert wurden. Mindestens 3 000 wurden nicht in die Liste aufgenommen; sie wurden kurz nach ihrer Ankunft im Lager ermordet. Insgesamt verloren über 14 000 Kriegsgefangene im KL Auschwitz ihr Leben. Mehrere Hundert wurden in andere Konzentrationslager im Reich transportiert, und wahrscheinlich gelang es einigen Dutzend, aus dem Lager zu fliehen.

Während der gesamten Existenz des Lagers waren dort politische Gefangene – Bürger:innen verschiedener Länder des besetzten Europas – inhaftiert. Die größte Gruppe bildeten Tschech:innen, acht- bis neuntausend, hauptsächlich Mitglieder patriotischer Organisationen. Hinzu kamen mehr als 5 000 Menschen aus Belarus, darunter Kinder, die während Anti-Partisanen-Aktionen verhaftet und aus den Regionen Minsk und Witebsk verschleppt wurden, sowie politische Häftlinge aus Jugoslawien, Frankreich, Deutschland, Österreich und Spanien. Ihre Zahl wird auf etwa 25 000 geschätzt.

Frauen

Mindestens 131 000 Frauen waren im Lager Auschwitz registriert. Die größte Gruppe bildeten jüdische Frauen mit mindestens 82 000, eine weitere große Gruppe waren nichtjüdische polnische Frauen mit 31 000, gefolgt von Sintize und Romnja mit 11 000 Personen. Darüber hinaus waren auch nichtjüdische, nicht der romani Minderheit angehörende deutsche, russische, ukrainische und französische Frauen im Lager inhaftiert. Die ersten Frauen wurden am 26. März 1942 im KL Auschwitz inhaftiert. An diesem Tag wurden 999 nichtjüdische weibliche Häftlinge aus dem Lager Ravensbrück eingeliefert und mit Nummern von 1 bis 999 gekennzeichnet. Wie im Männerlager sollten sie die Positionen von Funktionshäftlingen übernehmen. Am selben Tag wurden auch 999 jüdische weibliche Häftlinge aus Poprad in der Slowakei eingeliefert und mit fortlaufenden Nummern gekennzeichnet.

Die weiblichen Häftlinge wurden in zehn separaten Gebäuden des Hauptlagers untergebracht, die durch eine Mauer von den anderen Blöcken getrennt waren. Im August 1943 wurden etwa 17 000 weibliche Häftlinge in das sogenannte Frauenlager in Birkenau verlegt.

Kinder

Mindestens 232 000 Kinder und Jugendliche (ab 14 Jahren) wurden in das Lager Auschwitz gebracht. Die größte Gruppe bildeten jüdische Kinder – mindestens 216 000, die zusammen mit ihren Familien eingeliefert wurden. Bei der Selektion wurden die meisten von ihnen als „arbeitsunfähig” eingestuft und in den Gaskammern ermordet. Nur eine kleine Anzahl von Jugendlichen wurde als „arbeitsfähig” befunden und im Lager untergebracht. Kinder, die im September und Dezember 1943 aus dem Getto Theresienstadt eintrafen, blieben im sogenannten „Familienlager” in Birkenau (Lagerabschnitt BIIb). Dort starben sie an Krankheiten und Hunger, einige wurden im März 1944 und während der „Liquidierung” des Lagerabschnitts im Juli desselben Jahres in den Gaskammern ermordet.

11 000 Kinder der Sinti:ze und Rom:nja wurden ebenfalls zusammen mit ihren Angehörigen oder aus Kinderheimen verschleppt und im sogenannten Zigeunerlager in Birkenau untergebracht. Die meisten von ihnen starben innerhalb kurzer Zeit, und diejenigen, die bis zum 2. August 1944 überlebten, wurden in den Gaskammern ermordet.

Über 3 000 nichtjüdische polnische Kinder und Jugendliche wurden im KL Auschwitz festgehalten. Einige wurden in den ersten Monaten des Bestehens des Lagers inhaftiert. Oft handelte es sich um Pfadfinder:innen, die wegen ihrer Aktivitäten in Untergrundorganisationen verhaftet worden waren, sowie um Teilnehmer:innen der Geheimen Lehrorganisation, die sich für die Erhaltung der polnischen Kultur einsetzte. Unter den aus den Dörfern der Region Zamość vertriebenen Einwohner:innen befand sich eine große Gruppe von Kindern und Jugendlichen. Sie wurden zur Arbeit ins Lager geschickt und wie Erwachsene behandelt. Die meisten starben im Lager, viele Jungen wurden durch Herzinjektionen mit Phenol getötet.

Eine weitere große Gruppe von Minderjährigen wurde während des Warschauer Aufstands im August und September 1944 zusammen mit Erwachsenen eingeliefert. Sie wurden im Lager registriert, aber nicht mit Nummern tätowiert. Einige der Kinder und Jugendlichen starben, andere wurden in andere Lager transportiert und zur Arbeit in der deutschen Industrie gezwungen. Nur eine kleine Gruppe blieb zurück und erlebte die Befreiung.

Jugendliche aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion (Ukraine, Belarus, Russland) sowie eine gewisse Anzahl tschechischer Jugendlicher wurden ebenfalls im KL Auschwitz inhaftiert. Ihre Zahl wird auf über 1 000 geschätzt. Bei der Befreiung des Lagers befanden sich über 700 Kinder und Jugendliche auf dem Gelände.

Im KL Auschwitz geborene Kinder

Bis Mitte 1943 wurden alle im Lager geborenen Kinder, unabhängig von ihrer Nationalität, getötet. Später wurden nichtjüdische Kinder registriert und erhielten eine Lagernummer, die ihnen auf den Oberschenkel oder das Gesäß tätowiert wurde. Aufgrund der schrecklichen hygienischen Bedingungen starben die meisten von ihnen innerhalb weniger Monate. Jüdische Kinder wurden bis Oktober 1944 getötet, als beschlossen wurde, die Massenvernichtung der Juden:Jüdinnen zu beenden.

Im Lagerkrankenhaus für Frauen in Birkenau gab es eine Entbindungsstation, in der die Hebamme Stanisława Leszczyńska (1896–1974), selbst ein Häftling, mit großem Engagement wirkte. Eine Entbindungsstation befand sich auch im sogenannten Durchgangslager für jüdische weibliche Häftlinge in Birkenau. Kinder, die im Lagerabschnitt BIIe (Sinti:ze und Rom:nja) oder BIIb (Juden:Jüdinnen aus dem Ghetto Theresienstadt) geboren wurden, wurden registriert, starben jedoch bald aufgrund der katastrophalen Verhältnisse im Lager. Diejenigen, die bis zur „Liquidierung” dieser Bereiche überlebten, wurden in den Gaskammern ermordet.

Anhand der erhalten gebliebenen Quellen kann davon ausgegangen werden, dass mindestens 700 Kinder im Lager Auschwitz geboren wurden, darunter mindestens 378 Kinder von Sintize und Romnja.4Kubica, Pregnant Women and Children Born in Auschwitz, 12. Eine kleine Anzahl der im KL Auschwitz geborenen Kinder erlebte die Befreiung, vor allem diejenigen, die in den letzten Wochen vor der Befreiung des Lagers geboren wurden.

Medizinische Experimente

Eine große Anzahl von Häftlingen, sowohl Erwachsene als auch Kinder (die genaue Zahl ist bislang nicht bekannt), wurden im KL Auschwitz für medizinische Experimente missbraucht. Die Ärzte, die diese verbrecherischen Experimente durchführten, handelten im Auftrag der SS, der Wehrmacht oder deutscher Pharmaunternehmen oder aus eigenem Antrieb, um ihre Karriere voranzutreiben, und arbeiteten oft mit deutschen Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen. Für viele Häftlinge endeten die Experimente mit dem Tod oder dauerhaften Verstümmelungen.

Eine Methode zur Massensterilisation wurde von Carl Clauberg (1898–1957) und Horst Schumann (1906–1983) entwickelt, die dort arbeiteten. Die Wirkungen von Medikamenten, die noch nicht in der Behandlung eingesetzt wurden, wurden von zahlreichen Ärzten untersucht, darunter Helmuth Vetter (1910–1949), Friedrich Entress (1914–1947) und Bruno Weber (1915–1956). Die durch Hunger verursachten Veränderungen des Körpers untersuchte Johann Paul Kremer (1883–1965). Emil Kaschub (1919–1977) wurde von der Wehrmacht ins Lager Auschwitz geschickt, um die Auswirkungen verschiedener giftiger Substanzen zu untersuchen, die deutsche Soldaten verwendeten, um nicht an die Front geschickt zu werden. Der Standortarzt Eduard Wirths (1909–1945) unterstützte seinen Bruder, der zu Gebärmutterhalskrebs forschte. August Hirt (1898–1945) beschaffte für die Sammlung der Universität Straßburg jüdische Skelette.

Kinder aus Familien von Sinti:ze und Rom:nja oder jüdische Kinder aus dem Lager für jüdische Gefangene aus dem Ghetto Theresienstadt sowie diejenigen, die zu dieser Zeit in Massentransporten aus Ungarn gebracht wurden, waren bevorzugte Opfer von Josef Mengele, und vor allem die Zwillinge unter ihnen. Darüber hinaus interessierte sich Mengele für die Anthropologie verschiedener Gruppen von Häftlingen, die Inkubation und den Verlauf ausgewählter Infektionskrankheiten, die Physiologie und Pathologie von Zwergwuchs und die Vererbung genetischer Defekte. Für die meisten der von Josef Mengele ausgewählten Häftlinge endeten die Experimente mit dem Tod.

Arbeit

Im Lager Auschwitz war Arbeit Bestandteil des Tötungsprozesses, ungeachtet einer tatsächlichen Effektivität. Die Häftlinge arbeiteten über ihre körperlichen Kräfte hinaus, ohne Ausbildung, Schutzkleidung oder Sicherheitsvorkehrungen. Meistens transportierten sie Baumaterialien (Zementsäcke, Ziegelsteine, Zaunpfähle) von Eisenbahnwaggons zu den Baustellen, gruben Entwässerungsgräben oder Fundamente für Lagergebäude, rissen die Mauern abgerissener Häuser ein und zogen schwere Walzen, um den Boden zu ebnen.

Sie arbeiteten auch auf Farmen und Viehzuchtbetrieben des Lagers und ab 1942 in Bergwerken, Stahlwerken und verschiedenen anderen Industrieanlagen, wo sie unter Bedingungen arbeiten mussten, die in keiner Weise den üblichen Standards entsprachen. Im Jahr 1942 besserten sich die Bedingungen geringfügig für diejenigen Häftlinge, die aufgrund ihrer speziellen technischen Ausbildung über Fähigkeiten verfügten, die schwer zu ersetzen waren.

SS-Garnison

Schätzungen zufolge wurden insgesamt etwa 8 500 SS-Männer und mindestens 200 Aufseherinnen zum Dienst im KL Auschwitz entsandt. Einige von ihnen übten Wachdienste aus, während andere in der Verwaltung beschäftigt waren. Ihre Anzahl stieg mit der Zunahme der Häftlingszahlen allmählich an; im März 1941 belief sie sich auf etwa 700 SS-Männer, im Januar 1945 auf 4 480.

Der erste Kommandant des Lagers war Rudolf Höss (1901–1947), ihm folgte ab November 1943 Arthur Liebehenschel (1901–1948), ab Mai 1944 übernahm Richard Baer (1911–1963) diese Position. Jedes Lager und jedes Außenlager wurde von einem Lagerführer geleitet, der von untergeordneten Offizieren (Rapportführer, Blockführer und Kommandoführer) unterstützt wurde.

Anfangs bestand das Personal überwiegend aus Deutschen und Österreichern sowie sogenannten ethnischen Deutschen aus dem Sudetenland und Westpolen. Später kamen Volksdeutsche aus Jugoslawien, Ungarn und Rumänien hinzu. Das Bildungsniveau dieses Personals war nicht sonderlich hoch – 70 % der SS-Männer hatten nur wenige Jahre Grundschule besucht. Fünf Prozent des Personals, Ärzte und Ingenieure aus der Bauleitung, verfügten über eine Hochschulausbildung.

Das Frauenlager wurde von einer Oberaufseherin beaufsichtigt; bis Oktober 1942 war dies Johanna Langefeld (1900–1974), danach bis zur Evakuierung von Maria Mandl (1912–1948). Diese Lageraufseherinnen wurden auf der Grundlage eines Vertrags mit der SS nach einer vorherigen Ausbildung im Konzentrationslager Ravensbrück eingestellt.

Evakuierung

Die SS-Behörden begannen im Spätsommer 1944 mit der Evakuierung des Lagerkomplexes Auschwitz. Infolgedessen wurden bis Mitte Januar 1945 etwa 65 000, überwiegend nichtjüdische Häftlinge (aus Polen, Russland, Tschechien) in Konzentrationslager im Reich deportiert. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Spuren der im Lager begangenen Verbrechen beseitigt: Die Dokumentation wurde vernichtet, die Gaskammern und Krematorien in Birkenau wurden gesprengt und die Gruben, in der die Asche der ermordeten Häftlinge geschüttet worden waren, beseitigt. Vom 17. bis 21. Januar wurden mindestens 56 000 männliche und weibliche Häftlinge aus Auschwitz I, Birkenau und Monowitz sowie aus den Außenlagern abgeführt.

Die meisten Häftlinge wurden auf einen Todesmarsch nach Loslau [Wodzisław Śląski] und Gleiwitz [Gliwice] geschickt. Die Marschroute war übersät mit Leichen derjenigen Häftlinge, die zu erschöpft waren, um mit den Marschkolonnen Schritt zu halten, und die von den sie begleitenden SS-Männern getötet oder bei Fluchtversuchen erschossen wurden. Nach zwei oder drei Tagen Fußmarsch erreichten die Gefangenen ihr Ziel und wurden dann in offenen Güterwaggons zu Konzentrationslagern in Deutschland transportiert.

Befreiung

Das KL Auschwitz wurde am 27. Januar 1945 von Soldaten der Roten Armee befreit. Am Morgen erreichten sie das Lager Monowitz und am Nachmittag Birkenau und Auschwitz I. In den befreiten Lagern befanden sich mindestens 7 000 Häftlinge – Männer, Frauen und Kinder. Etwa 500 wurden von sowjetischen Soldaten in einigen Außenlagern einige Tage vor oder nach dem 27. Januar befreit. Etwa 4 500 kranke und erschöpfte Überlebende wurden in sowjetischen Feldlazaretten und im Krankenhaus des Polnischen Roten Kreuzes, das im Bereich des ehemaligen Hauptlagers (Auschwitz I) eingerichtet worden war, medizinisch versorgt.

Gerichtsverfahren

Nach dem Krieg wurden nur 800 SS-Männer und Aufseher – etwa zehn Prozent des Lagerpersonals – für die von ihnen begangenen Verbrechen rechtlich zur Verantwortung gezogen. Zwischen 1946 und 1949 standen 673 Mitglieder der SS-Garnison des KL Auschwitz (darunter 21 Frauen) in Polen vor Gericht. Der erste und bekannteste Prozess war der gegen den ersten Lagerkommandanten Rudolf Hӧss. Der Oberste Volksgerichtshof in Warschau verurteilte ihn am 2. April 1947 zum Tode.

1947 tagte der Oberste Volksgerichtshof in Krakau. Zu den 40 Angeklagten zählten der zweite Lagerkommandant Arthur Liebehenschel, der Leiter der politischen Abteilung Maximilian Grabner (1905–1948) und die Aufseherin des Frauenlagers Maria Mandl. Alle drei wurden zusammen mit 18 weiteren Angeklagten zum Tode verurteilt und am 24. Januar 1948 hingerichtet. Zwei zum Tode Verurteilte wurden zu lebenslanger Haft begnadigt, sechs Angeklagte erhielten lebenslange, zehn Angeklagte zeitige Haftstrafen, SS-Arzt Hans Münch (1911–2001) wurde freigesprochen.

Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau

Nach der Befreiung standen die ehemaligen Lagerareale Auschwitz und Birkenau unter der Kontrolle der sowjetischen Militärbehörden. Um die Jahreswende 1945/1946 wurden sie von der polnischen Verwaltung übernommen. Ab April 1946 begannen die Behörden, vor allem dank des Engagements ehemaliger Häftlinge, dort ein Museum und eine Gedenkstätte einzurichten. Am 2. Juli 1947 wurde gemäß einem vom Parlament verabschiedeten Gesetz ein Museum auf dem Gelände des ehemaligen Hauptlagers Auschwitz und Birkenau (inzwischen Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau) eingerichtet. Heute ist es ein Ort der Erinnerung, der Forschung und der Bildung.

Sinti:ze und Rom:nja werden in einer Dauerausstellung im Block 13 der Gedenkstätte Auschwitz, die am 2. August 2001 eröffnet wurde, besonders gewürdigt. Jedes Jahr am 2. August organisieren zivilgesellschaftliche Organisationen aus Deutschland und Polen gemeinsam mit dem Staatlichen Museum eine internationale Gedenkfeier in Birkenau zum Gedenken an die Opfer der Sinti:ze und Rom:nja. Die Teilnehmenden versammeln sich an einem Denkmal, das 1973 auf Initiative von Vinzenz Rose (1908–1996) und dem Deutschen Sinti-Verband errichtet wurde. Ein Band der Publikationsreihe „Voices of Memory“ [Stimmen der Erinnerung] ist den Sinti:ze und Rom:nja gewidmet und wurde 2011 veröffentlicht. Im Jahr 2019 veröffentlichte der Verband der Roma in Polen [Stowarzyszenie Romów w Polsce] einen Besucherguide, in dem alle Stätten auf dem Gelände der Gedenkstätte Auschwitz aufgeführt sind, die für die Geschichte der Verfolgung und Ermordung der Sinti:ze und Rom:nja von Bedeutung sind.

Forschungen zur Geschichte der Sinti:ze und Rom:nja im KL Auschwitz setzten in den 1990er-Jahren ein. Ein Meilenstein war die Veröffentlichung des Gedenkbuchs, das 1993 erschien und auf dem Hauptbuch des ehemaligen „Zigeunerlagers” basiert. Weitere Publikationen, oft initiiert von oder in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen der Sinti:ze und Rom:nja, folgten. Allerdings weist die Forschung bis heute zahlreiche Lücken auf. Die Bedeutung weiterer empirischer Forschung wurde zuletzt mit einem Artikel von Helena Kubica (geb. 1954) und Piotr Setkiewicz (geb. 1963) deutlich, der neue Erkenntnisse über die Zahl der am 2. August 1944 in den Gaskammern ermordeten Sinti:ze und Rom:nja lieferte. Im Jahr 2025 veröffentlichte das Staatliche Museum seine erste Monografie über Rom:nja und Sinti:ze im Lagerkomplex Auschwitz.

Notes

  • 1
    Es wurden ausschließlich männliche Häftlinge eingesetzt. Allerdings wurden weibliche Häftlinge in Monowitz in einem Lagerbordell zu Sexarbeit missbraucht.
  • 2
  • 3
    Vgl. Czech, Kalendarium, 966. Die Namen dieser vier Männer sind nicht bekannt. Es gibt keine Informationen über die Anzahl der romani Frauen, die sich zu dieser Zeit im KL Auschwitz befanden.
  • 4
    Kubica, Pregnant Women and Children Born in Auschwitz, 12.

Citation

Teresa Wontor-Cichy: Auschwitz (Allgemeiner Überblick), in: Encyclopaedia of the Nazi Genocide of the Sinti and Roma in Europe. Ed. by Karola Fings, Research Centre on Antigypsyism at Heidelberg University, Heidelberg 26 January 2026.-

1941
9 July 1941As far as we know to date, the Poles Franciszek and Ryszard Buriański and the Czech Rudolf Richter are the first Roma to be sent to concentration camp Auschwitz (German-annexed Poland). The camp was established in June 1940. From July 1941 to February 1943 (before the systematic deportation of Sinti and Roma from German-controlled territory to Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp), it is estimated that at least 370 Roma, mostly of Polish or Czech nationality, are sent to camp Auschwitz.
1942
23 May 1942A transport from the Ravensbrück concentration camp in Germany to the Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland) includes Sintize and Romnja.
7 August 1942Aloys Blum from Hoyerswerda, Germany, is sent to Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland). He had tried to flee abroad with his family.
2 December 1942The first transport of Sinti and Roma from the ‘Zigeunerlager’ in Lety near Pisek, Protectorate of Bohemia and Moravia (German-occupied Czech lands), to Auschwitz I concentration camp (German-annexed Poland) is carried out on the basis of the order for ‘preventive fight against crime’. The transport consists of 94 mainly elderly persons (78 women and 16 men).
16 December 1942‘Auschwitz Decree’: Heinrich Himmler, head of the Schutzstaffel (‘Reichsführer-SS’), the Reich Security Main Office and the SS Main Economic and Administrative Office, orders the deportation of Sinti and Roma from the German Reich to Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp.
1943
28 January 1943The Reich Security Main Office issues a decree ordering the deportation of Roma and Sinti from the ‘Alpen- und Donau-Reichsgaue’ (= Austria) to Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland).
29 January 1943The Reich Security Main Office in Berlin, Germany, issues more detailed instructions on the deportation of Sinti and Roma to the Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland).
19 February 1943Asafan Czerwieniak, having been deported to Auschwitz concentration camp (German-annexed Poland) by the security police in German-occupied Kraków, Poland, is shot at the ‘Death Wall’ along with 13 other men, including the Roma Józef Mirga, Władysław Szczerba and Władysław Olszewski. They were suspected of attempting to escape. By November 1943, a total of 57 Sinti and Roma are murdered in this way.
26 February 1943The first Sinti and Roma are deported to the Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland) in Camp Section BIIe on the basis of the ‘Auschwitz Decree’. From 1 March 1943, further deportation trains with Sinti and Roma arrive almost daily. By the end of the month, 12,259 men, women and children are already registered in the ‘General ledger of the Gypsy camp’.
11 March 1943

Peter Wachler and Anna Malik are born in the Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland) in Camp Section BIIe. Their mothers had been deported from Germany and the German-occupied Czech lands. They are the first of at least 378 babies born to deported Sintize or Romnja under appalling conditions in the camp. All of them die within a few days or weeks.

29 March 1943The Reich Security Main Office orders the deportation of Roma and Sinti from German-occupied territories and countries (Belgium, Bialystok district, Alsace, Lorraine, Luxembourg, the Netherlands and northern France) to Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland).
12 November 1943100 Sinti and Roma from Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland) arrive at Natzweiler concentration camp in German-annexed Alsace (France) for medical experiments. 18 died during the transport.
12 December 194389 Sinti and Roma, all men, aged between twelve and 37 are registered in the Natzweiler concentration camp in German-occupied France. They are the second group of Sinti and Roma transferred from Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland) to be abused for medical experiments.
24 December 194372 Sinti and Roma, all men, who survived criminal human experiments in Natzweiler concentration camp (German-annexed Alsace, France) are deported back to Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp; during the transport 28 of them die.
1944
15 April 1944884 Sinti and Roma, men and boys, are transferred from the Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland) to Buchenwald concentration camp, Germany. One prisoner dies during the transport or manages to escape, as 883 are registered in Buchenwald.
15 April 1944534 Sinti and Roma, women and girls, are transferred from Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland) to Ravensbrück concentration camp in Germany.
24 May 1944161 Sinti and Roma, women and girls, are transported from Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland) to Ravensbrück concentration camp in Germany.
27 May 194482 Sinti and Roma are transferred from Auschwitz concentration camp (German-annexed Poland) to Flossenbürg concentration camp in Germany and registered there. The majority of the men perform forced labour in various satellite camps from January 1945 at the latest.
21 July 1944Twenty-two Lithuanian Romnja are registered in the concentration and extermination camp of Auschwitz-Birkenau (German-annexed Poland), most of them toddlers and children. It is likely that Lithuanian Roma men are also admitted on the same day, but due to the illegibility of the last pages of the ‘General Ledger of the Gypsy Camp’ for men, neither their names nor their number is known. These are also the last entries in the register for Sinti and Roma in Camp Section BIIe, which was then buried by prisoners to preserve it for posterity. A total of 10094 numbers were assigned to male prisoners and 10849 numbers to female prisoners.
2 August 1944919 Sinti and Roma, men and boys, are transferred from Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland) to Buchenwald concentration camp in Germany. 918 are registered in Buchenwald on 3 August. Josef Freiwald escapes while the train is near Weimar, but is recaptured and taken into custody in Buchenwald on 6 September 1944.
2 – 3 August 1944In the Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland), the approximately 4,200 to 4,300 Sinti and Roma remaining in Camp Section BIIe are murdered in the gas chambers during the night of 2 to 3 August.
2 August 1944535 Sinti and Roma, women and girls, together with 490 men and boys, are transferred from Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland) to Ravensbrück concentration camp in Germany.
29 August 1944210 Hungarian Roma, all women, are deported from Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland) to Ravensbrück concentration camp in Germany.
14 September 1944Vaclav Ferda, Josef Florian, Willi Rose, Emil Růžička and Johann Stojka are transferred from the Auschwitz I concentration camp (German-annexed Poland) to Flossenbürg concentration camp, Germany, in a transport with a total of 100 prisoners. The five men had previously been transferred from camp section BIIe in Auschwitz-Birkenau to the main camp, some of them as early as 1943.
25 September 1944200 male Sinti and Roma, all of them children and teenagers, are transported from Buchenwald concentration camp, Germany, to Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland). Only two survivors of this transport are known: Alfred Rosenbach and Rudolf Böhmer.
10 October 194449 Sinti and Roma, all women, are transferred from Altenburg, a satellite camp of Buchenwald concentration camp, Germany, to the Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland).
11 October 1944110 Sinti and Roma, all women, are transferred from Hasag-Taucha, a satellite camp from Buchenwald concentration camp, Germany, to Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp (German-annexed Poland). Joséphine Lagrené and Jeanne Marie Modis-Galut are among the prisoners.
1945
27 January 1945

Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp is liberated by soldiers of the Soviet Red Army. The SS guards had previously forced around 56,000 prisoners on death marches. Around 7,000 men, women and children are liberated in the Auschwitz main camp, in camp Birkenau and camp Monowitz. It is not known whether any Sinti and Roma were among them.

1947
2 April 1947

The Supreme National Tribunal in Warsaw, Poland, sentences Rudolf Höss, the first camp commandant of the Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp, to death for the crimes committed there, including those perpetrated against Sinti and Roma. The execution by hanging takes place on 16 April 1947 on the former Auschwitz camp grounds (Stammlager).

1949
13 January 1949Employees of the Auschwitz-Birkenau State Museum, Poland, recover the ‘General Ledger of the Gypsy Camp’ on the site of the former Camp Section BIIe, Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp. This important testimony to the crimes committed was buried by Polish political prisoners before the murder of the Sinti and Roma on 2/3 August 1944 in order to preserve it for the time after the war.
1973
November 1973

On the grounds of the former Auschwitz-Birkenau concentration and extermination camp, a memorial dedicated to the murdered Sinti and Roma is completed in Camp Section BIIe. The initiative and financing are provided by the survivor Vinzenz Rose from Germany.

2001
2 August 2001

A permanent exhibition on the genocide of the Sinti and Roma in Europe opens in Block 13 on the grounds of the former Auschwitz concentration camp. The exhibition was created by the Documentation and Cultural Centre of German Sinti and Roma (Heidelberg, Germany), in cooperation with the Auschwitz-Birkenau State Museum and the Association of Roma in Poland.