In einem „Promemoria“ an die deutsche Botschaft in Zagreb fordert das Außenministerium des Unabhängigen Staates Kroatien im Namen der muslimischen Religionsbehörden, dass Rom:nja muslimischen Glaubens in Serbien aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit als „Arier“ und nicht als „Zigeuner“ einzustufen und entsprechend zu behandeln. Trotz dieser Intervention werden diese muslimischen Rom:nja in vielen Fällen dennoch Opfer von Verfolgung und Mord.
Die Ustaša-Behörden führen im faschistischen Unabhängigen Staat Kroatien „Rassengesetze“ ein, die die „rassische” Zugehörigkeit von Rom:nja und Juden:Jüdinnen definieren. Die Gesetze werden auch in den bosnischen und herzegowinischen Teilen des faschistischen Staates umgesetzt.
Im Rahmen eines sogenannten „Kolonisierungsplans“, der auf die Zwangsumsiedlung und „Sesshaftmachung“ von Rom:nja abzielt, ordnen die Behörden des faschistischen Unabhängigen Staates Kroatien die Registrierung aller Rom:nja auf dem Staatsgebiet an.
In Radigojna bei Vrbovsko, Unabhängiger Staat Kroatien, verüben serbische Četniks ein Massaker an zwei romani Familien mit insgesamt 14 Mitgliedern, darunter sechs Kinder.
Das Ministerium für kroatische Heimatverteidigung des Unabhängigen Staates Kroatien befreit Rom:nja vom Militärdienst und von der Einberufung in die kroatische Armee.
Der Verband der Kämpfer des Volksbefreiungskrieges Jugoslawiens bringt eine Gedenktafel für die romani Opfer der Ustaša an, die in 21 Massengräbern auf dem Friedhof in Uštica, Kroatien, begraben sind.
In Uštica, Kroatien, findet auf Initiative von romani Nichtregierungsorganisationen und dem Vertreter Veljko Kajtazi und mit Unterstützung staatlicher und lokaler Behörden die erste Gedenkfeier für die romani Opfer des Völkermords statt.
Das kroatische Parlament erkennt den 2. August offiziell als „Internationalen Gedenktag für die romani Opfer des Porajmos/Holocaust“ an. Drei Jahre später wird er in „Internationaler Gedenktag für die romani Opfer des Völkermords im Zweiten Weltkrieg/Samudaripen“ umbenannt.
Enzyklopädie des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma in Europa
Forschungsstelle Antiziganismus, Universität Heidelberg
Basierend auf www.open-encyclopedia-system.org, entwickelt vom Center für Digitale Systeme, Freie
Universität Berlin
Gefördert vom Auswärtigen Amt
Kontakt
Universität Heidelberg
Forschungsstelle Antiziganismus
Hauptstraße 216
D-69117 Heidelberg
